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Was bedeutet die Lomi für mich?
Natürlich kenne ich andere Massagen.
Aber man kann eine „normale“ Massage niemals mit der Hawaiianischen LomiLomi vergleichen.
Eine „normale“ Massage, also eine schwedische oder eine medizinische Massage kann man ebenso aus Büchern oder in Schulen lernen wie Sportmassagen, Shiatsu, Fußreflexzonenmassage oder all die Behandlungen, die schriftlich festgehalten sind.
Bei der Hawaiianischen Massage handelt es sich um mündlich überliefertes Wissen – aber am meisten handelt es sich um intuitive Berührungen.
Es gibt auch nicht die LomiLomi. Jede Familie, in der diese Massage übermittelt wurde, setzte ihren Schwerpunkt an anderer Stelle. Mit anderen Worten: es gibt mehr Variationen dieser Massageform als von jeder anderen Art der Körperarbeit, und es gibt so viele Stile wie es Praktizierende gibt.
So oder ähnlich kann man es fast auf jeder Internetseite nachlesen oder in den wenigen Büchern, die es über die Hawaiianische Massage gibt.
Was aber bedeutet es für mich, eine Lomi zu geben?
Ich weiß nicht, ob man sich tief in die hawaiianische Tradition einarbeiten muß wenn man diese Massage geben will. Wahrscheinlich wird man es als Europäer eh nie schaffen.
Ich liebe diese Massage! Ich liebe während dieser Massage!
Vielleicht trifft die folgende Aussage auch auf viele andere Massageformen zu, ich nehme sie eben für die Lomi in Anspruch:
diese Massage ist Zuwendung auf Körperebene - und doch viel mehr!
Es ist nicht irgend eine mechanische Tätigkeit. Durch die Berührungen geschieht etwas zwischen zwei Menschen. Es ist intensive Kommunikation, Zuwendung, ein Schwingungsaustausch zwischen Klient und Behandler.
Und je länger ich jetzt darüber nachdenke, wie ich meine Gefühle beschreiben soll, umso schwieriger wird es.
Aber vielleicht macht man es sich – mache ich es mir – einfach zu kompliziert. Auch, weil man bei jeder anderen Massage, die nicht Lomi heißt, ein völlig anderes Gefühl hat.
Bei der Lomi spreche ich nicht viel oder gar nicht. Im Grunde ist es nach einiger Zeit ein Gefühl bedingungsloser Liebe, die mich mit dem Klienten für die Dauer der Massage verbindet. Es ist so, als ob Energien ausgetauscht werden. Es ist ein Geben und Nehmen zur gleichen Zeit.
Am besten, ich nenne ein Beispiel:
Meine Tochter kam zu Besuch, und ich wollte sie unbedingt massieren. Sie wollte eigentlich nicht so recht und fühlte sich von mir gedrängt. Ich habe mich in diesem Fall wohl auch aufgedrängt. Diese Gefühle verbanden uns während der ganzen Massagezeit irgendwie, und so richtig schön war es für uns beide nicht. Nicht befriedigend.
Oder: eine Frau, mit der ich seit Jahren viele Probleme hatte, wollte gerne eine Lomi haben. Wir machten einen Termin, den sie platzen lies. Der zweite vereinbarte Termin ging auch in die Hosen. Als wir einen dritten vereinbart hatten fühlte ich mich völlig anders, irgendwie viel mehr „bereit“. Es ist wohl wirklich so, wie Klaus immer wieder sagt: "Es kommt alles zur rechten Zeit." Nicht drängen, nicht festhalten wollen, nicht um jeden Preis etwas durchboxen. Wenn der Zeitpunkt richtig ist, dann fallen auch die richtigen Entscheidungen.
Diese Massage war für mich – obwohl ich dieser Frau jahrelang sehr negative Gefühle entgegengebracht hatte – eine absolut liebevolle Massage. Frei von allen bisherigen Animositäten. Ich hatte noch zwei Tage danach ein Hochgefühl, und ich weiß, dass sie sich aufgehoben und angenommen gefühlt hat und dass es einfach völlig „rund“ war.
Und genau das ist es, was bei der Lomi geschieht, wenn man mit dem Herzen arbeitet. Es ist das Gefühl von Liebe, Vertrauen und Vergebung, ohne dass es schwülstig ist – auch wenn es sich hier so anhören sollte.
Es ist selbstverständlich. Es tut gut, nicht nur mir, sondern es kommt beim Klienten an. Es ist Respekt und Loslassen und Stillwerden. Es ist friedliche Geborgenheit, ohne daß ich die Verantwortung für das Leben des Klienten übernehme.
Nach der Massage löst man sich aus der entstandenen Nähe, und auch das ist gut so.
Diese Massage kann tiefgreifende Veränderungen auslösen. Das kann man nachlesen, und wenn man Veränderungen zulassen kann und will, dann wird es auch geschehen.
Bei meinen Ausbildungen wurde mir gesagt, man solle sich vor der Massage etwas wünschen. Ich denke heute, dass es nichts bringt, sich einen Mercedes oder ein neues Häuschen zu wünschen. Man sollte empfänglich sein, offen, bereit, Neues hereinzulassen. Egal, ob es sich um die Erfahrung der Massage handelt oder um Änderungen im Leben.
Gut wäre es, wenn man soweit abschalten könnte, dass die ständig im Kopf kreisenden Gedanken etwas zur Ruhe kommen, dass man sich fallen lässt in dieses Gefühl von Angenommensein, so wie man ist.
„Befreie dich von jeglichem Bedauern über die Vergangenheit. Schuldgefühle sind sinnlos. Sie nützen niemandem“. Das sagt die alte hawaiianische Lehre (und nicht nur die!) des Ho´ponopono (Vergebung, Neuorientierung).
Barbara Seefelder