ab und zu.... Gedanken, Notizen
Freitag, 2. Juli 2010 - 09:47 Uhr
WEISHEIT - was ist das?
Aus gegebenem Anlaß will ich mich heute mit „Weisheit“ beschäftigen. Was ist WEISHEIT überhaupt, was verstehe ich denn darunter? Warum wehre ich mich innerlich, wenn ich als weise bezeichnet werde?
Weise Menschen waren für mich immer alte Menschen (ja, das wird der Grund des Wehrens sein…! Eitelkeit!!) aber nicht jeder alte Mensch ist zwangsläufig auch weise.
Weise Menschen kamen für mich immer entweder in Verbindung mit Märchen (die weise alte Frau) oder in Verbindung mit alten Kulturen vor. Indianerhäuptlinge, - die Guten natürlich, - bei der Bezeichnung „weise“ fällt mir sofort an alter Häuptling ein.
Ich selbst kenne sehr wenige Menschen, die ich als weise bezeichnen würde. Eine davon, eine zwischenzeitlich über achtzigjährige Frau, war meine Ausbilderin, als ich mit 14 in die Lehre kam. Diese Frau hatte damals genau die richtige Mischung zwischen Liebe und Strenge, zwischen Lehrerin und Mutter, zwischen Distanz und Nähe. Ich besuche sie heute noch, nicht oft zwar, aber ich fühle mich „richtig“ bei ihr. Sie redet nicht, sie lebt ihr Leben – und es ist wahrhaftig kein leichtes Leben. Sie ist durch und durch echt. Und mit ihr würde ich auch Dinge besprechen, die ich nicht unbedingt mit meinem Partner besprechen würde… Sie sagt ernsthaft, trotzdem voller Liebe, was sie denkt, und sie beschönigt nichts.
Und weil ich mich mit „Weisheit“ beschäftige, habe ich u.a. einen Artikel bei CONNECTION gefunden. Wolf Schneider, der Herausgeber, bringt Vieles auf den Punkt und ich schätze ihn unbekannterweise sehr für seine Gedanken. Dieses Thema ist immer mal wieder Schwerpunktthema in seinem Heft. Der Grund dafür sei, so sagt er „…dass ich Weisheit nicht nur im Handeln der Menschen so oft vermisse, sondern auch, dass sie in unserer Kultur nicht thematisiert wird“. Und genau das ist eben auch ein Punkt. In unserer „Kultur“ gibt es die Wirtschaftsweisen – zum Beispiel. Was ist denn daran weise?? Ich konnte schon vor 20 Jahren nichts mit ihnen oder ihren Ergebnissen anfangen.
„Experten haben Fachwissen. Sie haben aber oft keine Weisheit, und sie wissen oft nicht, worauf es wirklich ankommt!“
Warum wurde Weisheit früher mehr geachtet als heute? Weil wir heute zu verwissenschaftlicht sind? Weil wir Wissen „googeln“ können, aber Weisheit nicht aus dem Computer zu holen ist?
Was überhaupt ist Weisheit? Da lasse ich doch wieder Wolf Schneider vor: „Weisheit ist gereifte Erfahrung, verdautes Wissen, verstandenes Gelebtes…“
Die „Alten“ früher waren Kulturträger, die der Jugend an Lebenserfahrung und vor allem an praktischem Wissen voraus waren. Vielleicht war es im Idealfall ein ausgeglichenes – ausgeglicheneres – Geben und Nehmen?
Heute werden "wir Alten" von den Jungen in die PC- und Handytechnik eingewiesen und merken oft, wie schwer wir uns tun. Oder wie ablehnend wir gewissen Neuerungen gegenüber stehen. Wie wir uns - vielleicht - selbst im Weg stehen?
Weisheit ist heute völlig in die Esotherik-Ecke gestellt, im Alltag ist sie nicht mehr gefragt. In der Antike war Weisheit so etwas wie höchstes Gut. Ich frage mich schon, was diesen Wandel verursacht hat. Wenn ich mit Freunden darüber rede höre ich oft: "Aber im Osten, in China oder Japan, da ist es noch anders". Ja, noch! Aber wenn wir sehen, wie schnell sich diese Länder entwickeln (??), wie diese Menschen den westlichen Lebensstil als das sehen, was es zu erreichen gilt, dann wird der Weg dort eben auch vorgezeichnet sein. Auch im Hinblick auf Weisheit und "Achtung des Alters"....
Weisheit wird traditionell als etwas Weibliches verstanden. Sophia bei den Griechen und Prajna im Buddhismus werden durch weibliche Figuren symbolisiert. Erleuchtung versteht man eher als etwas Männliches.
Aber um Erleuchtung geht es hier ja auch gar nicht!
Und ich glaube, während des Schreibens habe ich mich ein bisschen mit dem Thema versöhnt….
Sonntag, 16. Mai 2010 - 10:45 Uhr
Einstein hat Recht!
Anfangen möchte ich mit einem Zitat von Albert Einstein. Ganz einfach, weil der alte Herr mir aus der Seele spricht.
Die Intuition ist ein göttliches Geschenk,
der denkende Verstand ein treuer Diener.
Es ist paradox, daß wir den Diener verehren
und die göttliche Gabe entweihen.
Immer wieder merke ich, dass mich bestimmte Themen zu bestimmten Zeiten „anfliegen“. Anfang des Jahres war es das Wort „Ressourcen“. Darüber habe ich, wenn überhaupt, immer nur im Zusammenhang mit Umwelt und Rohstoffen usw. nachgedacht.
Nun ging es in einer Fortbildung auch sehr gezielt um Ressourcen, eigene Ressourcen, aus denen wir (unsere Kraft?) schöpfen können. Und mir wurde in diesem Kurs erstmals sehr bewusst, wie viele Kraftquellen ich doch habe! Ein sehr schönes Gefühl!
Seltsamerweise ging es auch noch in zwei Abendveranstaltungen um diese Themen.
Das nächste, was anstand, war „Grenzen“.
„Irgendwie“, sehr im Nebel, wusste ich, dass ich schon wieder ein Thema hatte, das genau das Meine war. Es ging für mich speziell um Grenzen setzen und auch um Grenzen erweitern – was mir in einer Fortbildung auch sehr klar wurde.
Ich hatte verstärkt Begegnungen, in denen ich zwar merkte, wo ich an meine Grenzen gestoßen bin, erlebte aber gleichzeitig, dass ich in anderen Situationen bisherige Grenzen fast spielend erweitern konnte. Und wollte.
Mir wurde irgendwie klarer, daß ich mit absoluter Ehrlichkeit schneller viel weiter komme als mit "Nettsein". Der schönste Ausspruch dazu kam von Viram: "Willst Du immer nett sein? Nett ist die kleine Schwester von Scheiße!" Wir lachten herzlich, aber genau dieser Satz traf doch den Nagel auf den Kopf!
Und schon fiel ein Puzzleteil ins andere und alles war klar. Und richtig. Und gut.
Das nächste war – es passt eigentlich ganz gut ins Bild – „Rüstung“.
Nach einer Massage schrieb mir die Frau, „… und sei vorsichtig, dass du nicht über einen Teil meiner Rüstung fällst, den ich bei dir vergessen habe…“
Damit hatte sie wunderschön formuliert, was mit ihr in dieser Massage geschehen war. Was sie geschehen lassen konnte.
Und beim Nachdenken merkte ich, dass ich selbst meine eigene Rüstung vor ein paar Monaten begonnen hatte, abzulegen.
Und das fühlt sich sehr gut an. Erstaunlicherweise werde ich dadurch nicht verletzbarer, sondern offener....
Während ich noch überlegte, ob und wenn ja, wie ich das für diesen Beitrag formulieren könnte, hörte ich die Melodie des Alteisenautos, das hier durch die Siedlung fuhr.
Na, wenn das kein Zeichen ist………
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Ein Video welches mich tief berührt hat
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