September 2009
Schon lange trage ich mich mit dem Gedanken, immer wieder einmal zu schreiben, was mich/uns beschäftigt bezüglich der Massage und dem, was dazu gehört.
Deshalb will ich dies nun in loser Folge, vielleicht monatlich, auch tun.
02.09.09
Erwartungen
Am vergangenen Samstag war ich in der Staudengärtnerei Maubach zum Tag der offenen Tür. Und ich hörte, mehr zufällig, einige Minuten der Besitzerin während einer Führung zu.
Was sie aber sagte, fand ich einfach nur treffend, und wunderbar, weil es sich nicht nur auf (ihre Gärtnerei) einen Garten anwenden lässt, sondern aufs Leben.
Sinngemäß sagte sie: ich kann auf einem Aprilbeet keine Septemberblumen erwarten. Ich kann von einem Gräsergarten keine Rosen erwarten. Ich kann überhaupt nichts erwarten von meinem Garten. Es ist da, oder es ist nicht da.
In einem Bereich des Gartens ist Chaos, und das darf auch dort sein. Im anderen Bereich stehen alle Pflanzen in reicher Blüte, und das erfreut einen, aber auch das „ist einfach so“. Wir können düngen und arbeiten, aber wir dürfen nichts erwarten.
Freuen wir uns einfach daran, - von Herzen.
Dazu passt dann auch ein Abschnitt aus einem Buch von Elizabeth von Arnim, die schreibt, sie habe gehört, „dass Prunkwinden in Riesenmengen das einzig Brauchbare seien, um die abscheulichste Einöde in ein Paradies zu verwandeln…. Sie kaufte 10 Pfund Samen und besäte damit elf Beete und fast um jeden Baum herum. Wartete in großer Erregung auf das versprochene Paradies. Nichts geschah. Und ich erhielt meine erste Lektion….“
Das übertrage ich jetzt elegant auf eine Lomi-Massage. Es geschieht etwas während der Massage, ich weiß nicht, was. Aber es geschieht immer etwas. Mal mehr, mal weniger, beim Gebenden genau so wie beim Empfangenden. Aber wenn ich erwarte, dass etwas, dass viel passiert, dann passiert gar nichts! Und wenn der Gast Wunderdinge erwartet, geschieht womöglich auch nichts.
Es ist schön, wenn sich (vielleicht auch erst Tage oder Wochen später) Erkenntnisse oder Gefühle oder irgend etwas einstellt. Es muss nicht sein. Je mehr ich erwarte, umso mehr kann ich enttäuscht werden.
Also: erwarte nichts. Nimm und gib und empfange und genieße und sieh, was sich ergibt. Mehr nicht. Wahrscheinlich macht so eine Einstellung zufriedener und glücklicher, wer weiß?
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