März 2009
März 2009
Heute beim Tag der offenen Tür im RIDAYA in Wuppertal. Es gibt verschiedene Angebote zum Reinschnuppern: Meditation, Vortrag über Achtsamkeit, Craniosakrale Biodynamik, Märchen…
Die beiden Inhaber haben ein schönes Angebot zusammengestellt, verschiedene Anbieter unter einem Dach.
Und für ein paar Stunden bringt mich das auch wieder ein kleines bisschen zurück zum Innehalten.
Vor 2 Wochen erst kam ich von meinem fünften Kurs Vipassana in Belgien zurück. Es ist immer wieder erstaunlich, wie ruhig und „bei sich“ man innerhalb doch recht kurzer Zeit werden und kommen kann. Weil all die üblichen Ablenkungen fehlen, ist es einerseits leicht, sich auf die eigenen Gedanken, evtl. Probleme und Nöte zu konzentrieren, andererseits kann es natürlich auch sehr schmerzhaft und vielleicht beängstigend sein.
Aber ist es nicht tatsächlich normalerweise im Alltag so: man hat vor etwas Angst oder macht sich Sorgen, auf jeden Fall Gedanken über ein bestimmtes Thema, das einen ganz persönlich betrifft. Und wie schnell lenkt man sich ab, wenn es „zu tief“ geht, zu sehr an die Substanz? Fernsehen, Sport, Hobby, Einkaufen, Arbeit…. Jeder hat da so seine kleinen oder großen Fluchten. Nichts gegen all die Dinge, und wenn einem bewusst ist, warum man es macht, dann ist ja schon ein Teil gewonnen. Wenn man trotzdem noch Zeit und Muße (und Mut?) findet, sich mit sich auseinander zu setzen.
Mir tun die 10 Tage Schweigen sehr, sehr gut. Schon spätestens am dritten Tag denke ich selten an die Arbeit, die „draußen“ liegenbleibt oder von anderen übernommen werden muß. Meine Freundin, die den darauf folgenden Kurs „sitzt“, sagte zu mir, sie habe sooooo oft an mich gedacht. Da musste ich feststellen, dass ich an sie gar nicht sooo oft gedacht hatte. Nun, da sie den Kurs absolviert, merke ich, dass ich sehr viel an SIE denke. Nicht nur, weil ich den Stundenplan genau kenne und weiß, was wann „dran“ ist. Auch, weil man, wenn man den Kurs selbst absolviert, viel zu sehr bei sich ist und nicht so sehr „draußen“.
Und jetzt, - wie Klaus sagt – mit „erneuerter Seele“, kann ich sagen, dass ich recht gelassen mit all den auch unangenehmen Dingen umgehe. So ein Kurs lässt mich wieder näher an das kommen, was wirklich wichtig ist im Leben. In meinem Leben! Es ist schön, wenn genug Geld da ist, um all die Rechnungen zu bezahlen. Es ist schön, wenn man nette Kleider hat und ein Auto, auf das man sich verlassen kann. Aber: ist es das, was glücklich macht? Ist es das, was wichtig ist im Leben?
Nichts ist beständig. Weder Glück nach Leid, weder Schönheit noch Geld, weder Schmerz noch Gesundheit. Alles IST. Und so, wie es im Augenblick ist, ist es gut. Ich glaube, wenn man das einmal erkannt hat (ich denke auch nicht ständig daran!!!), dann geht es einem wirklich gut. Dann hat man seine Mitte gefunden, wie es immer so schön heißt.
Ab und zu ein bisschen innehalten und die Dinge ins rechte Licht rücken - das tut mir gut!
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