Januar 2009
Januar 2009
Immer mal wieder unterhalten wir uns über den Sinn und Unsinn des Lebens. Darüber, ob der Mensch so etwas wie Bestimmung hat, ob er einen freien Willen hat usw.
Im Buch „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery finde ich nun einen eben solchen Absatz.
Abgesehen davon, dass meine Schwester mir dieses Buch empfohlen hatte, haben mich zwei Aussagen auf der Rückseite des Buches fasziniert. Und ganz besonders zitieren möchte ich die Seiten 264 und 265, weil hier genau das Thema angesprochen wird, das zu vielen weiteren Diskussionen geführt hat:
"... Leben, sich ernähren, sich fortpflanzen, die Aufgabe erfüllen, für die man geboren wurde: darin steckt keinerlei Sinn, das stimmt, aber so stehen die Dinge nun einmal. Diese Arroganz der Menschen, zu glauben, sie können die Natur bezwingen oder dem Schicksal entfliehen, das allein kleinen biologischen Dingen bestimmt ist.....und diese Verblendung in bezug auf die Grausamkeit und Gewalttätigkeit ihrer eigenen Art und Weise zu leben, zu lieben, sich fortzupflanzen und mit ihren Mitmenschen Krieg zu führen….
Ich für meinen Teil glaube, daß wir nur eines tun können: die Aufgabe finden, für die wir geboren worden sind, und sie so gut wie möglich erfüllen, mit aller Kraft, ohne die Dinge unnötig zu komplizieren und ohne zu meinen, in unserer animalischen Natur liege etwas Göttliches. Nur so werden wir das Gefühl haben, etwas Konstruktives zu tun, wenn der Tod uns holt. Die Freiheit, die Entscheidung, der Wille: das sind alles Hirngespinste. Wir meinen, wir können Honig machen, ohne das Schicksal der Bienen zu teilen, doch auch wir sind nur arme Bienen, dazu bestimmt, unsere Aufgabe zu erfüllen und dann zu sterben."
Im Gespräch mit einigen Teammitgliedern ergaben sich dann weitere Fragen: wer gibt uns unsere Aufgaben? Erkennen wir die selbst? Sind es Aufgaben oder sind es Fähigkeiten? Oder ist es beides? Was ist, wenn wir gegebene Fähigkeiten nicht nutzen? Wenn wir sie ignorieren? Sollte man auch Unfähigkeiten erkennen können? Bliebe der Welt nicht vieles erspart, wenn Menschen, die an hohen Stellen stehen, ihre Unfähigkeiten vorher erkannt hätten und diese Stellen nicht besetzt hätten?
Denkanstösse und Gesprächsstoff für weitere Stunden....
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