März 2007

Über zwei Dinge denke ich in den letzten Tage nach: das eine ist unsere Atemmeditation, das andere sind die Massagen an Jugendlichen.

In den letzten Wochen habe ich nun zwei Jungen im Alter von 15 und 17 Jahren massiert. Beide hatten einen Gutschein - der eine, weil er ihn sich gewünscht hatte, der andere auf Nachfrage von mir, ob er sich das denn vorstellen könne. Beide kamen also "aus freien Stücken".
Erstaunlich für mich war, dass diese beiden "jungen Männer" sehr gut entspannen und genießen konnten. Aber auch ich als Gebende habe beide Massagen sehr genossen und konnte spüren, wie sich meine Gefühle während einer Massage veränderten und wie intensiv diese sein können. Irgendwie fühlt man alles in diesen Körpern: das Baby, das Kind, das sie einst waren; den Menschen im "Jetzt"Zustand und vielleicht auch die Ahnung von ihm, wie er einmal sein könnte.
Einen der Jugendlichen sehe ich sehr selten, kann also nicht viel über seine eventuelle Veränderung erleben. Beim anderen habe ich den Eindruck, daß er viel offener, direkter, geworden ist. Möglicherweise bin auch ich anders im Umgang mit ihm, es ist ja immerhin möglich, daß eine Massage nicht nur den Nehmenden, sondern auch den Gebenden verändert.
Auf jeden Fall stehen wir uns sehr viel positiver gegenüber, und das fühlt sich einfach gut an.

Über die Atemmeditation denke ich mehr nach als sonst, weil ich Ende des Monats wieder zu "10 Tagen Schweigen" fahren werde. Unsere Atemmeditation (www.Atemmeditation.de) hat ihren Ursprung in der Vipassana-Meditation. Und diese wird weltweit in Zentren gelehrt. Es ist immer wieder ein tief greifendes Erlebnis: zwischen Hochs und Tiefs, mit sich selbst konfrontiert. Anstrengend, aber letztendlich sehr förderlich. Zumindest für mich. In einem Buch "Die Zusammenfassung der Kursvorträge" fand ich folgenden wichtigen Absatz
"... Eine Eigenschaft des Geistes ist seine Gewohnheit, ständig von einem Objekt zum anderen zu wandern. Er will nicht beim Atem stehen bleiben oder bei irgendeinem anderen einzelnen Objekt, auf der er seine Aufmerksamkeit richten soll: stattdessen springt er wie verrückt hin und her.
Und wohin geht der Geist, wenn er fortwandert?
Er geht entweder in die Vergangenheit oder in die Zukunft. Das ist das Gewohnheitsmuster des Geistes: er will nicht im gegenwärtigen Augenblick verweilen. Tatsächlich MUSS man aber in der Gegenwart leben!
Was immer vorüber ist, das ist für alle Zeiten vergangen und kann nicht zurückgeholt werden. Was immer die Zukunft bereithalten mag, bleibt für uns unerreichbar, solange es nicht zur Gegenwart geworden ist.
Sich an die Vergangenheit zu erinnern und über die Zukunft nachzudenken, ist wichtig, aber nur in dem Maße, wie es uns hilft, mit der Gegenwart umzugehen.
Die Technik wird „die Kunst zu leben“ genannt, und das Leben kann in der Tat nur in der Gegenwart gelebt werden..."

Ich denke, es ist wichtig, dies zu erkennen. Und den nächsten Schritt zu tun, oder zumindest versuchen, ihn zu tun: bewusster zu leben, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind...
Wer sich näher informieren möchte: bei wikipedia ist eine gute Erklärung, oder auf der deutschen Seite der Organisation
http://www.german.dhamma.org/

 

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