August 2007
August 2007
Der Sommer 2007 – der keiner ist….
Und trotzdem holen wir uns immer wieder kleine Auszeiten, wie wir auch in unserem Werbetext sagen: Kurzurlaub für Körper, Geist und Seele.
Wenn ich davon ausgehe (ausgehen darf), dass unsere Gäste ehrlich sind, dass sie uns sagen, was sie empfinden und wie sie sich fühlen während und nach einem Aufenthalt bei uns, dann machen wir unsere „Arbeit“ schon nicht ganz falsch. Wenn das, was wir hören, nicht Schönreden ist, dann wird die Massage als „Geschenk“ bezeichnet – obschon sie bezahlt wird.
Ich weiß, dass ich nicht nur von mir spreche, wenn ich sage, dass wir uns bei den Begegnungen sehr wohl fühlen und Spaß haben.
Spaß haben insofern, daß ich "bei mir" bin,daß ich wirkliche Gefühle empfinde und weitergeben kann. Das kann (sogar) geschehen, wenn ich die Massage mit gemischten Gefühlen beginne, wie im folgenden "Fall": kürzlich hatte ich meine über achtzigjährige Mutter hier, weil sie nach einem Sturz Hilfe brauchte. Unser Verhältnis war nie so, wie man es sich als Idealfall vorstellt, wie man „eigentlich“ gerne eine Mutter-Tochter-Beziehung hätte. Es gab viel Kampf und Rebellion meinerseits (als ich jünger war), viel Ärger und Frust und Auflehnung gegen viel zu enge Grenzen….
Am Tag, bevor ich sie wieder nach Hause brachte, bot ich ihr eine Massage an. Sie nahm das Angebot an, auf eine Art, die mich vor einigen Jahren noch auf die Palme gebracht hätte.
Wahrscheinlich war ich schon etwas reserviert zu Beginn der Massage. Aber es geschah genau das gleiche, das immer geschieht: Nach den ersten Minuten fange ich an, diesen Menschen, der sich mir anvertraut hat, zu lieben. Da vergesse ich auch all den alten und neuen Ärger, ich vergesse den Alltag und den vielleicht zuvor erlebten Streß – alles ist vorbei, und nach der Massage gehe ich meist summend nach Hause. Im Fall mit meiner Mutter fuhr ich zwei Stunden später völlig entspannt 5 Stunden mit ihr über die Autobahn Richtung Heimat. Und sie selbst war „wie umgedreht“.
Ich bleibe bei meiner Aussage: die Lomi berührt nicht nur oberflächlich. Und als ich eben diesen Satz schreibe fällt mir einer ein, den ich gestern gelesen habe, in einem völlig anderen Zusammenhang. In dem Buch geht es um Marie Curie und ihre Freundin. „…. Sie erinnert sich nicht nur an das Streicheln, sondern auch an Haut, die sie gestreichelt hat. Die Hand gibt, wenn sie streichelt, aber sie nimmt auch entgegen…“
Oder: du kannst nicht berühren, ohne selbst berührt zu werden.
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