Juni 2006

Einige Gedanken zu "Körperkontakt" - einfach deshalb, weil ich kürzlich acht Frauen unterschiedlichen Alters in relativ kurzer Zeit massieren durfte. Die Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, und die Empfindungen, die diese Frauen hatten und mir mitgeteilt haben, veranlassen mich heute dazu, diese Gedanken festzuhalten:

Drei der besagten Frauen sind schon seit mehr oder weniger langen Jahren verwitwet. Alle drei haben es sehr genossen, so viel Körperkontakt zu haben. Eine sagte strahlend, das seien "Streicheleinheiten pur" gewesen.
Eine der jüngeren Frauen nahm mich nach der Massage spontan in die Arme und meinte, "sowas tolles hab ich noch nie erlebt".
Und eine andere, bei der ich schon während der Massage ihre Gefühle bemerkt hatte, schrieb anschließend: "Zur Massage kann ich dir nur sagen - ich hab sie genossen wenn auch nicht völlig entspannt - sie hat soviel in mir bewegt. Wie ich Dir schon sagte - entwickelte sich währenddessen auch der Wunsch einer 4-händigen Massage. Deine Handflächen empfand ich übrigends am energiereichsten. Sie gaben mir unheimlich viel Wärme. "

Ich selbst habe das Vertrauen genossen, das mir entgegengebracht wurde. Und wieder einmal das Erlebnis, daß es völlig unwichtig ist, ob ein Körper jung oder alt ist, ob er Operationsnarben hat oder ob ich eine Frau massiere, die durch Brustkrebs eine Brust verloren hat. Während der Massage ist der Mensch einfach vollkommen, ich nehme ihn an, ohne zu bewerten. Es klingt ziemlich hochgestochen, aber egal ob 25 oder 85 Jahre alt, diese Körper sind schön!


Es wäre gut, wenn wir (und da nehme ich mich keineswegs aus!) wieder lernen würden, unkomplizierter zu denken. Dinge zuzulassen, von denen wir wissen, dass sie uns gut tun, weil wir diese Erfahrung schon einmal gemacht haben. Auch wenn diese Erfahrung schon lange zurück liegt oder halbvergessen nur noch als Ahnung vorhanden ist.
Ich bin sicher, dass uns dies zu mehr Harmonie bringen würde. Harmonie mit uns selbst und mit unserer Umgebung.

Körperkontakt ist die natürlichste, tiefste und unmittelbarste Kommunikation zwischen Menschen.
Der Körper empfängt durch sanfte Berührungen lebensnotwendige Signale von Sicherheit, Wärme und Geborgenheit. Es gibt genug Studien, die dies belegen. Ich erinnere an den Versuch, Säuglinge zwar ordentlich zu ernähren und zu pflegen, aber keinen Körperkontakt mit ihnen zu haben. Das Ende war tödlich!
Berührungen teilen sich der Seele mit, regen das vegetative Nervensystem, den Kreislauf und die Organfunktionen an.
Eine liebevoll durchgeführte Massage schafft ein Gefühl des Vertrauens und des Angenommenseins. So können Ernergien wieder fließen, die durch Verkrampftsein blockiert waren. Auf diese Weise kann Heilung geschehen. Heil sein im Sinne von ganz sein. Ganz bei sich sein, im Einklang mit sich sein.

Ich freue mich, wenn sich Menschen, und sei es nur aus Neugier, zu einer Massage entschließen um danach strahlend festzustellen, wie glücklich sie über diese neue Erfahrung sind.

 

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