Juli 2006
Wenn ich über die Huna-Lehre der Hawaiianer und die dort genannten Prinzipien nachdenke, dann fallen mir in letzter Zeit besonders zwei davon ein:
a) Die Welt ist so, wie du sie siehst und
b) Die Energie folgt der Aufmerksamkeit
Es passiert doch jedem von uns: man liest einen Satz in einem Buch, der einen fesselt, von dem man denkt „genau, das ist es!“ Man denkt darüber nach. Ein paar Tage später findet man etwas Ähnliches mit der gleichen Aussage. Dann wieder und wieder.
Ist man nun einfach nur auf dieses Thema gepolt, und springt deshalb auf jeden entsprechenden Satz an? Oder schiebt sich dieses Thema, weil es gerade wichtig für uns ist, immer wieder ins Blickfeld, um zum weiteren Nachdenken anzuregen? Und wenn es auch manchmal auf Umwegen ins Blickfeld kommt?
Ein Beispiel:
Wir hatten uns darüber unterhalten, wie unterschiedlich Menschen etwas beurteilen, das sie gemeinsam erlebt haben. Als ob der eine dieses Erlebnis in Honolulu, der andere in der Antarktis hatte. Natürlich werden Ereignisse subjektiv erlebt. Hängen von der Gemütslage, der Einstellung, der Erfahrung des jeweiligen Menschen ab.
Am nächsten Tag lese ich einen Artikel in einer Zeitschrift. Ein Reisebericht über einen Familienurlaub auf Gomera. Der Vater erzählt von dem blödesten, was er in diesen 14 Tagen erlebt hat. Sein 10-jähringer Sohn ist fassungslos, weil er genau dieses Erlebnis als eines der coolsten empfunden hat.
Am Abend lese ich in dem Sprüchekalender bei uns auf der Toilette folgenden Satz von Arthur Schopenhauer: „Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt“.
Zwei Tage später stolperte ich über das Buch von HaPe Kerkeling, in dem er seine Erfahrungen als Pilger des Jakobsweges schildert. (Ich denke seit 2 Jahren darüber nach, wenigstens einen Teil des Jakobsweges zu gehen.) Am Ende des Buches, als er beschreibt, wie er auf dem Platz vor der Kirche in Santiago de Compostella ankommt, heißt es:
„… jeder Pilger kommt am Ende seiner Reise an den wunderbaren, immer gleichen Ort, aber der Empfang ist für jeden anders. Womöglich richtet sich der Willkommensgruß auch nach der Gemütslage des Ankömmlings? Trotzdem bleibt der Ort der gleiche…“
…. Die Welt ist so, wie man sie sieht…….Die Energie folgt der Aufmerksamkeit….
Wenn ich „mit dem falschen Fuß aufstehe“, grantig bin, dadurch auch nur das Negative um mich herum sehe, dann kann der Tag garantiert nicht gut werden. Gelingt es mir aber, mir z.B. auf dem Weg zur Arbeit bewusst zu machen, dass ich gerade dabei bin, mir (und einigen Mitmenschen) den Tag zu verderben, und gelingt mir dann auch der zweite Schritt, nämlich den Hebel umzulegen, dann geschieht doch genau das: ich schaffe meine Wirklichkeit. Ich sehe die Blumen blühen oder die Regentropfen funkeln wie Diamanten. Ich kann den Gemüsehändler neben der Post anlächeln und er hat einen besonderen Gruß für mich. Und somit verändere ich eigentlich mit so kleinen Schritten die zunächst graue Wirklichkeit. Die Menschen begegnen mir anders, weil ich ihnen anders begegne. Das ist nun nicht meine ureigene Weisheit, das kann man überall nachlesen. Umsetzen muß es jeder selbst, und ich freue mich, wenn es mir an einem „Müffeltag“ gelingt. Es sind wirklich die einfachen Dinge im Leben!
„Man muß nur ab und zu innehalten und sich dessen bewusst werden.
Das Leben besteht aus Denken, Fühlen, Tun. Denke anders, dann fühlst du dich anders.“ Das ist ein Satz, der mich natürlich auch zu diesem Thema „angesprungen“ hat, ich weiß leider nicht mehr, wo ich ihn gelesen habe.
Unser Leben ist das, wozu unser Denken es macht.
Marc Aurel
Oder, wie Buddha gesagt haben soll:
„Der Geist geht allen Erscheinungen voraus. Der Geist ist das Wichtigste; alles entspringt dem Geist.“
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